Dr. med. Thilo Saul
Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen
in Frankfurt auf jameda

Minimal invasive, parodontalchirurgische Behandlung

Eine der häufigsten parodontalen Erkrankung der Bevölkerung im Bereich der Zähne sind die Gingivitis und die Parodontitis. Die Mehrzahl aller Erwachsenen ist betroffen. Etwa drei von vier Erwachsenen leiden im Laufe ihres Lebens daran – viele ohne es zunächst zu wissen. Parodontale Erkrankungen des Zahnhalteapparates betreffen das Zahnfleisch oder den gesamten Zahnhalteapparat – das Parodontium, das Zahnfleisch, die Kieferknochen und die Fasern, die die Zahnwurzel mit dem Kieferknochen verbinden.

Ursache für eine Parodontitis sind Bakterien, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch ansammeln. Werden diese bakteriellen Beläge (Plaque) nicht durch gründliche Reinigung mit Zahnbürste und Zahnseide entfernt, bilden sie einen harten, höckerigen Belag (Zahnstein). Mit der Zeit kommt es zur Rötung, Schwellung und Blutungsneigung des Zahnfleisches. Wird dies nicht behandelt, kann diese Entzündung die Fasern, die die Zähne mit dem Kieferknochen verbinden, zerstören und im weiteren Verlauf zum Knochenabbau führen. Ohne Fasern und Knochen beginnen sich die Zähne zu lockern und gehen möglicherweise verloren.

Initialtherapie

Zunächst erfolgt durch Ihren Zahnarzt eine ausführliche Untersuchung zur Befundaufnahme / Anamnese, bei der neben den akuten Symptomen auch (Vor-)ex Erkrankungen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck), Medikamenteneinnahme und Gewohnheiten abgefragt werden. Klinische und röntgenologische Befunde werden erhoben und die Zahnfleischtaschentiefen gemessen.

Die bakterielle Infektion muss als erstes behandelt werden. Deshalb beginnt die Therapie mit der Einweisung in die häusliche Mundhygiene sowie der Hygienephase mit professioneller Zahnreinigung in Ihrer Zahnarztpraxis.

Nach Abschluss dieser wichtigen vorbereitenden Phase führen wir die Behandlung gegebenenfalls chirurgisch fort.

Chirurgische Verfahren


Minimal invasive, chirurgische Verfahren stehen im Mittelpunkt einer zeitgemäßen, parodontalchirurgischen Behandlung. Parodontalchirurgische Maßnahmen werden erst vorgenommen, wenn nach Anwendung aller konservativen Methoden immer noch tiefe Zahnfleischtaschen festgestellt werden. Unter Sicht erfolgt die Wurzelglättung, Kürettage und die Beseitigung von Bakterienschlupfwinkeln sowie tiefen Zahnfleisch- und Knochentaschen. Entzündliches Gewebe wird schonend abgetragen. Bei Bedarf erfolgen diese Arbeiten mit Laserunterstützung. Die Verbesserung der oralen mikrobiellen Besiedelung und konsequente Behandlung aller parodontalen Entzündungen sind Voraussetzung für weitergehende parodontalchirurgische Maßnahmen. Diese planen wir erst, wenn nach Anwendung aller konservativen Methoden immer noch tiefe Zahnfleischtaschen festgestellt werden. Unter Sicht erfolgt die Wurzelglättung, Kürettage und die Beseitigung von Bakterienschlupfwinkeln sowie tiefen Zahnfleisch- und Knochentaschen. Entzündliches Gewebe wird schonend abgetragen.

Knochenaufbau

Ist es aufgrund einer Parodontitis zu stark fortgeschrittenem Knochenverlust gekommen, kann der Zahnhalteapparat je nach Ausprägung des Abbaus, wieder neu geschaffen werden. Der Wiederaufbau zerstörter Knochensubstanz kann bei kleineren Defekten mit Knochenersatzmaterialien erfolgen.

Moderne Techniken wie GBR (Guided Bone Regeneration) bzw. GTR (Guided Tissue Regeneration) ermöglichen es uns , auch größere Knochendefizite auszugleichen. Mit dem sogenannten Knochen-Modelling formen wir den Knochen so, dass nach dem Einheilungsprozess das Zahnfleisch wieder gesund und ohne Taschen anliegt.

Körpereigene Wachstumsfaktoren

Das neueste Therapiekonzept ist die Förderung des Wiederaufbaus des Zahnhalteapparats (Wurzelzement, Faserbündel und Knochen) mit körpereigenen Wachstumsfaktoren und Schmelzmatrixproteinen. Diese ermöglichen es dem menschlichen Körper, den natürlichen Zahnhalteapparat wiederherzustellen, in dem sie die Prozesse, die während der Zahnentwicklung stattfinden, nachahmen. Die Regeneration des gesamten Zahnhalteapparats beginnt unmittelbar nach der Behandlung und setzt sich über einen längeren Zeitraum fort.